Fr

15

Nov

2013

Ankunft in der neuen Heimat (?)

Ich habs mal wieder nicht besser gewusst.

(Heute ist Freitag der 15.11.2013 und ich bin seit zwei Monaten in Indien und  fünf Wochen in Bhubaneswar. Eine einehmende Arbeit und mein spannendes Leben beschäftigen mich sehr und lassen mich Abends schnell ins Bett fallen, bevor ich noch irgendwelche von meinen privaten Vorhaben erfüllen kann. Jetzt wird’s aber Zeit.)

 

Am Montag Morgen, den 7.10. nahm ich Abschied von Delhi.

Diesmal endlich wieder in einem richtigen Auto (Türen, Fenster, Klimaanlage und RADIO!) und folgte dem Weg zurück, der mich vor zwei einhalb Wochen hier hergeführt hatte. Nur diesmal mit Musikalischer Begleitung (besonders blieb mir "Tere Dard se Dil" von Rishi Kapoor, was natürlich ein Bollywood-song ist - aus "Anamika"), was den Abschied sehr viel erträglicher machte, den trotz der Luftverschmutzung und Lärm, machten die Menschen einen schönen Aufenthalt aus und von denen hatte ich hier jede Menge kennengelernt und gern gewonnen.

 

Es war eine kleine Herausforderung meinen Koffer in und aus den Taxi zu heben und anschließend auf ds Gepäckförderband. Stolze 35kg zeigte der rote Klotz mittlerweile, was dazu führte, dass die vielen Souvenirs durch die Übergepäcks Gebühr noch teurer wurden.

Nach der kleinen Prozedur hatte ich laut der Anzeigen meines Fluges immer noch eine halbe Stunde bis Abflug übrig und stellte mich bei einem kleinen Bistro an, gerade als ich Bestellen wollte tauchte der Flughafen-Mitarbeiter auf der meinen Check-in gemacht hatte und zog aufgeregt an meinem Arm, "Szir, Szir, no time for food. Yur flight is going. Checkin is over" und drückte mich in Richtung der Sicherheitskontrollen.

Ich war noch immer leicht verwirrt darüber was er meinte, denn ich hatte seinen Akzent kaum verstanden, bis ich nach der Sicherheitsschleuse, gerade beim Sammeln meines Kleinkrams, der letzte Aufruf zum Einchecken meines Fluges kam.

Entsetzt glich ich beim losrennen die genannte Flugnummer und die auf meinem Ticket ab, weswegen ich zunächst in die falsche Richtung lief.

Wieder kam die Ansage und hetzte mich den ewigen Korridor von Boarding-Schaltern hinab. Die Schalter Nummer sausten an mir vorbei, die gemütlichen Mitreisenden jagte ich mit einem "excuse me!!!" aus dem Weg. Zum Zieleinlauf am Gate 33 war tatsächlich keine Menschenseele im Wartebereich, aber dafür zwei Flughafenangestellten  und das war mir Publikum genug. Nachdem ich seit langem nicht mehr joggen war, zitterten mir nach dem Sprint die Knie und ich hielt mich am Tresen fest, während die Dame Pass und Ticket kontrollierte.

Zwei Meter weiter war dann ein weiterer Sicherheitsbeamter mit Autoritären Schnauzer und dunkelblauer Uniform, der mich wieder kontrollierte und Ticket abstempelte, und es ging auf die Boarding-brücke zum Flugzeug. Hier begriff ich, weswegen der Wartebereich leer war, aber das Boarding eigentlich noch fünfzehn Minuten dauern sollte… denn die Passagierschlange hatte sich einfach vom Gate zum Flugzeug verschoben, weswegen ich hier weitere sechs-sieben Minuten wartete. Dankeschön!

 

Dank Fensterplatz konnte ich noch einen letzten Blick auf Delhi werfen und war keineswegs überrascht, dass ich die Indischen Kontraste sogar aus der Luft sehen konnte, als unter uns erst Villen mit Swimmingpools erschienen und gleich darauf ein Slum.

 

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Mi

25

Sep

2013

#1 Woche in Delhi

Meine erste Bleibe in Delhi

Heute ist der 25.9. und ich bin seit genau einer Woche in Indien. Gerne würde ich euch an jeden einzelnen Tag teilhaben lassen, den jede noch so triviale Beobachtung hier ist einige Gedanken und Sätze wert. Stattdessen muss ich leider erstmal die einzelnen Tage in diesem Beitrag "kurz" zusammenfassen und widme mich dann einzelnen Themen (Das Verhandlungsspiel mit den Rikscha-Fahrern, der Verkehr, Delhi als Stadt, Armut und Reichtum, Sightseeing und Essen, Bürokratie und mein Leben hier).

 

Mittwoch:

Nachdem ich mich, vor allem im Kopf, sortiert hatte, mich ausgeruht und geschlafen hatte, verbrachte ich eine weile auf dem Balkon von Dörtes Wohnung und sah mir die Straße aus sicherer Entfernung aus an.

Auch wenn es zu den klassischen Vorstellungen gehört, dass der Verkehr in Indien laut, chaotisch und Lebensgefährlich sei, fand ich es mit etwas mehr räumlicher und unvoreingenommener Distanz ganz angenehm zu beobacten. Es hatte etwas von der Faszination beim betrachten von Aquarien mit Fischen und Insekten oder Vogelschwärmen.

Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer hatte sein Ziel, das er möglichst schnell, direkt und effizient erreichen wollte. Und auch wenn von allen Seiten egoistisch überholt, gehupt, ausgescherrt, angeschnitten und blockiert wird, sah ich nur wenige wirklich verärgerte Fahrer und Unfälle. Es waren nunmal Verkehrssünder unter sich, und das machte ihr Verhalten vorhersehbar.

Beim beobachten der Straße merkte ich allerdings auch, dass ich mich ein wenig versteckte, weswegen ich mich auf meine erste Erkundungstour machen wollte… doch beim suchen meiner notwendigen Ausrüstung (Tasche, Tempos, Sunnies, Desinfektionsgel, Kamera, etc.) merkte ich, dass ich noch immer ein wenig verwirrt war - oder noch ausgelaugt, von der Sinne überflutenden herfahrt - und mein Zeug in meinen gigantischen Koffer nicht fand.

Zum Glück kam Dörte von ihrem Meeting zurück und sie nahm mich bei meinen ersten Schritten durch GK-2 an die Hand.

 

Es ging weg von der Hauptstraße in die Seitenstraßen des Viertels, in denen der Lärm wesentlich abnahm und andere große und kleine Dinge meinen Kopf berauschten.

Der Zustand der Straße, die zwischen den Autos liegenden Straßenhunde, vor den Einfahrten auf Plastikstühlen sitzende (das Haus bewachende?) Männer (bzw. Angestellte), eine Baustelle auf der Frauen und Männer gleich hart arbeiteten, während ihre Kinder im fertigen Erdgeschoss des Rohbaus spielten, die Mehrfamilien bzw. Mehrgenerationshäuser in unterschiedlich ausgeprägten Zerfallszuständen (Von gerade frisch angestrichen bis dunkel braun von Smog und Staub), kleine Parks in denen ganz normale Inder in der Nachmittagshitze ihr Nickerchen machten , die vielen Blicke der Passanten und Omis, die von ihren Balkons runterblickten, die Tier und Pflanzenwelt (ein riesiger bougainvillea Baum, den meine Oma lieben würde) und und und…

 

Im Markt des M-Blocks war wieder mehr Leben, und ich bekam einen Eindrück an die Massen an Arbeitskräften in diesem Land. Vor den Geschäften stand entweder ein Portier oder ein Wachmann, beide jeweils in Uniform, wobei letzterer auch manchmal eine Schrotflinte über der Schulter hängen hatte. Für die Massen an Besuchern die mit den Auto ankamen, standen wieder Uniformierte Männer bereit welche das ein-/ausparken übernahmen, wobei sie die Autoschlüssel an Tellergroßen Stahlringen sammelten. In den Cafés gab es gefühlt für jeden Tisch einen Kellner (wobei unser erstes Café wegen Stromausfall geschlossen hatte) und als wir später am Abend durch die Stadt fuhren, waren auch an den vielen Straßensperren immer 2-4 Polizisten stationiert - und solche Beispiele gab es praktisch in jeder Straße zu häufe.

Ein ebenso bewahrheitetes Klischee war das eisgekühlte Café , wovon ich hoffte Zuflucht vor den  bombardement der tausend Eindrücken zu finden.

 

Im Café trafen wir auch meinen Kollegen Suvankar, der uns zu seiner Wohnung im benachbarten Greater Kailash 1 einlud.

Von seinem Balkon im zweiten Stock blickten wir auf eine "Villa" nach Indischen Maßstab, zu dessen Füßen einige Frauen mit Kindern warteten, die nur wenige Minuten später am Tor des benachbarten Tempel-ähnlichen Gebäude (wo ich eine Nonne erkannte) drängelten, wo Essensspenden ausgegeben wurden.

Mit diesen Eindrücken endete mein erster Abend in Indien.

 

Die Rückseite des Khan Markets

Donnerstag:

Ich hatte mein 1# Frühstück in Delhi und Dörte teilte ihren letzten Rest an ECHTEN Kaffee mit mir (wir fanden später heraus, dass es nur noch Instant-Brühe zu kaufen gab), wozu es Toast und Aufstrich, sowie zerwürfelte Wassermelone gab.

Nach einem langen Tag zu Hause, machten wir uns beide auf den Weg (sehr aufmerksam beobachtete ich meine 1# Lektion im Verhandeln mit Rikscha-Fahrern), zum Khan Market. Eine nach indischen Maßstäben schicker Einkaufsblock in South Delhi.

Die Geschäfte hatten meistens eine sehr schmale Ladenfront, doch sie reichten immer weit nach hinten hinein und führten über schmale Treppen oder Leitern auch mal in den zweiten Stock. Beim rumstöbern merkte ich hierbei schnell, dass die westlich aussehenden Läden (also überdacht, mit Wänden, Fensterfront, etc.) auch westliche Preise haben (Hemd 7000rs = 82€), sowie das "fixed prices" zwar einen aufatmen lassen, dass man hier nicht ewig verhandeln muss, aber nich tunbedingt bedeutet, dass die Preise fair sind.

Die Gasse die hinter der schicken Ladenfront führte, war auf den ersten Blick zunächst mit Baumaterial für Renovierungsarbeiten und vielen Motorrädern vollgestellt. Doch die vielen Männer und Frauen, die mit Podesten vor schmalen Treppen standen, zeigten, dass über den Geschäften die ganze Gastronomiewelt auf einen wartete.

Solch eine Treppe führte zum CCD (Café Coffee Day) hinauf, eine indische Version von Starbucks. Das alles sah zwar weit entfernt so schick aus, wie die Bistros/cafés in Deutschland, doch vom Indischen Niveau sehr schick bzw. "posh".

Nach meinem Gespräch mit Suvankar und einem Kollegen betrat ich meinen 1# indischen Supermarkt, der ein bisschen breiter war als ich mit ausgestreckten Armen. Die Deckenhohen Regale waren vollgestellt mit allerlei Sachen, der knappe Boden hatte Kisten mit Gemüse und Obst, es gab sogar eine recht vernünftig ausgestattete Käse-kühltruhe. In dem ganzen wirrwarr von Leuten und Waren und Dingen über die man stolpern kann, wuselten viele kleine Mitarbeiter herum (während der Chef die Kasse besetzt hält) und suchten mir alles auf meiner Einkaufsliste zusammen.

Hiermit konnte ich mir die Freundschaft meiner neuen WG (Dörte, Sameer und Vaibahv) "er-kochen" und gewann mit dem leckeren, deutschen, feinfruchtigen Weißwein vom Tegut, noch ihre Herzen.

Ein schöner 1# ganzer Tag in Delhi

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Do

19

Sep

2013

#1-Kontakt mit Delhi (Teil 2)

Schwer alles wahrzunehmen, dass an einem vorbeizieht

Die Inder konnten zwar nichts mit meinen Karten anfangen, doch ich hatte mit dem Savitri-Cinema-Komplex endlich einen Anhaltspunkt mit dem ich mich selbstständig auf den Weg machen konnte, der auch gar nicht soweit zu seien schien.

Allerdings ist mir auf der Herfahrt vom Flughafen, trotz meiner aufmerksamen Beobachtung der Stadt, nicht aufgefallen, dass es kein vergleichbares Verständnis von einem Fußgängerweg in Indien gab wie in Deutschland. Es schien eher so, dass manche Bauherren ihrer Geschäfte und Häuser mal das Geld dafür hatten die Einfahrt vernünftig zu Asphaltieren oder es einfachso zu lassen, wie sie es vorgefunden hatten. Also mit Knöcheltiefen Löchern im sandigen Lehmboden, festgetretenen Abfall (Papier, Essensreste, Plastikmüll,…), Steinplatten die in unterschiedlichen höhen aneinander abschließen.

Und von den Zustand des Bürgersteigs abgesehen, war dieser ohnehin meist mit parkenden Autos, Geschäften auf Karren oder Zeltplanen, Bau-material und Polizeisperren (die Zufahrten der Wohnorte werden Nachts mit Straßensperren blockiert) unpassierbar.

Die einzige (ich wollte gerne "vernünftig" schreiben, doch das wäre episch übertrieben) Fläche zur Fortbewegung war die Straße. Und wie im vorherigen Teil beschrieben, galt hier die Herrschaft des stärkeren Verkehrsteilnehmer.

Jeder findet IRGENDWIE seinen weg durch den Verkehr

Ich merkte aus der Perspektive des schwachen Fußgängers, dass jeder seine eigenen Vor- und Nachteile hatte.  Laster und Busse sind die Elefanten des indischen Verkehrsjungles. Sie können sich vorschieben und alle anderen müssen sich nach ihm richten. Im Vergleich sind die Tuktuks eher die Straßenhunde, die hingehen wo sie wollen, lauter und lästiger als Autos hupen und sich frech und gewitzt durch jede Lücke schieben. Roller und Motorräder sind so flink wie Affen, aber auch genauso verwundbar und kapitulieren schnell vor allem auf mehr als zwei Rädern.

Und neben all den anderen auf Rädern befindlichen Straßenkämpfern sind eben die Fußgänger wie ich. Um das Bild zuende zu malen würde ich mich dann als einen Chipali beschreiben, den flinken, kleinen Eichhörnchen.

 

Allerdings war ich eins mit einem 23kg Koffer…  Also ein übergewichtiges und vom Baum gefallenes Chipkali, dass verwirrt, blind, taub und dumm die Straße entlang tabst.

 

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Do

19

Sep

2013

#1-Kontakt mit Delhi (Teil 1)

Mein erster Eingeborener

 

[Dieser Beitrag ist Jean-Pierre gewidmet, dessen Geburtstag ich leider nur aus der ferne mitfeiern kann. Alles gute, mein Lieber!]

 

Es ist Mittlerweile der Morgen des 19.9. und es sind 24 Stunden seit meiner Ankunft vergangen. 

Folgendes ist bisher geschehen…

Mein Flug war unspektakulär, ruhig, gelassen und ohne Zwischenfälle - so wünscht man sich das ja auch. Vielleicht aber ist nochmal Erwähnenswert, dass ich mit Air India geflogen bin und sogar die sanfte Landung in New Delhi verpennt hatte, wo ich nach 6.381km und acht Stunden um 8:15 Uhr Morgens ankam.

 (Nun beginne ich übrigens meine Liste mit den "Mein #1 mal in Indien…")

Mein #1 Eindruck nach dem verlassen des wohl temperierten Flugzeuges war, als würde mir Indien (#1 Versuch mich umzubringen?) ein heißes Tuch auf Mund und Nase legen. Es waren nur 26° (im Vergleich zu 15° Grad in Deutschland), doch die hohe Luftfeuchtigkeit von 70% lies mich glauben, dass ich zuerst die dicke Luft zerkauen müsste, um sie beschwerdelos einatmen zu können (Dabei habe ich nach Beschreibungen von anderen noch gar nicht die Hitzeperiode hier erlebt).

 

Ich stieg jedenfalls aus und folgte den ewig langen Gängen und hätte womöglich die 1# Begegnung Indischer Art übersehen, wenn ich auch die Transportbänder für faule genutzt hätte.

Den bei meinen #1 Blick auf Delhi (ich sah nicht weit, den hinter dem Rollfeld konnte ich wegen dem Dunst/Smog nur Schemenhaft irgendwelche Gebäude erkennen) fand ich versteckt hinter einem Belüftungsrohr meinen #1 Affen! Ich war so begeistert von meiner Entdeckung, dass ich anderen Touris und Reisenden herwinken wollte, doch sie surrten in Gedanken und mit sich selbst beschäftigt auf den Passagierbändern an mir vorbei und bemerkten nichts mehr um sich herum - Pech gehabt.

 

Auf dem Weg zur Passkontrolle viel mir auf, wieviele Angestellte der Indira Ghandi Flughafen hatte. Überall wuselten sie herum, fegten saubere Korridore, standen in Reih und Glied um Passagiere zu den Korridoren für Transit- und Weiterflüge zu leiten, wuselten herum, liefen von A nach Z um ihren Aufgaben nachzugehen und waren 1:2 Mengenmäßig den Durchreisenden und Ankommenden Passagiern in der Mehrheit. Mein #1 Eindruck zur Bevölkerungsvielfalt/-zahl Indiens

 

Da ich mir schon in Deutschland die Karte des Indihra Ghandis Flughafen angesehen hatte, überraschte mich nichts. Ich wusste wo mein Gepäckband war (auch wenn da drei Angestellte standen, die uns in die Richtung winkten - wobei es ohnehin nicht schwer gewesen wäre es zu finden, denn gefühlt waren wir die einzig gelandeten Passagiere), wo ich eine weniger überfüllte Wechselstube fand (sieben gelangweilte  Geldwechlser, auf einen Geldwechselnden), wo der Zoll ist (ohne überhaupt von den Herren in schicken Uniformen angeguckt zu werden) und wo ich mein #1 Taxi finden würde.

 

Was funktioniert hier noch? Oder überhaupt?

Bei einem Prepaid Taxi Stand buchte ich mir eine Fahrt nach "G.K.2" (Inder nutzen gerne Abkürzungen für ihre Stadtteile und alles andere das sich abkürzen lässt) und… ohne A/C (Air Conditioning), weil ich mir dachte, dass ich mich an das Wetter sowieso gewöhnen musste.

 

Ich konnte also Selbstbewusst an den Reihen von auf Kundschaft (?) wartenden Indern vorbei und fand an der Nummerierten Parkbucht Nr.40, zu der mich meine Buchungsbestätigung brachte, eine Indische Variante eines Van´s, in und herum drei schläfrige Inder saßen. Sobald sie  mich ankommen sahen sprangen sie auf und wirkten ganz aufgeregt nun ihren ersten Passagier zu haben - wie lange sie wohl auf mich gewartet hatten?

Ich hatte mich eigentlich bei meinem Taxi über das geplärre Indischer Schlager aus dem Radio gefreut, doch das einzige was in dem Armaturenbrett noch funktionsfähig aussah, war der wenig beachtete Tacho und das abgeschaltete Taximeter.

 

Die Straßen um den Flughafen waren von mehreren Wachtürmen und Straßensperren blockiert und gelangweilte Soldaten saßen auf Plastikstühlen im Schatten und "kontrollierten" so die vorbeifahrenden Autos. Meine #1 Kostprobe vom Indischen Verkehr fand ich gar nicht soo schlimm. Links vorbi? Rechts vorbei? Egal, hauptsache man hupt viel womit man sich ankündigt. Inder fahren  Auto ungefähr so, wie ich mit dem Fahrrad unterwegs bin...

 

Die vierspurige Straße wurde von Wiesen eingerahmt, auf denen mal mehrere und mal vereinzelte Inder entlang marschierten… "wohin?" fragte ich mich, denn ich sah nicht viel wohin man hätte laufen können. Erst nach einer weile tauchten hinter den Grünwiesen Baustellen mit Rohbauten, Militärstütztpunkte, ein bisschen Wüste, mit Stacheldraht dekorierten Mauern und Palmen auf. 

 

Und auf einmal kündigte sich nach einer Kurve die Außenbereiche von Delhi an. Hier wuselten an den Straßenrändern hunderte von Menschen herum, der Verkehr nahm wesentlich mehr zu, es gab Überstraßen mit Auf- und Abfahrten, Busse hielten an den Straßenrändern, wo Pendler nach Taxis und Tuktuks winkten. Ich sah Jungs mit Handkarren die mit verschiedensten Kram belegt waren, andere Karren auf denen Obst aufgetürmt oder aus selbst gebastelten Kochstellen Imbiss Angeboten wurde, ich entdeckte die #1 Frau die Grünzeug auf ihrem Kopf trug. Ganz fein und nur durch meinen noch nicht allzu überforderten Konzentration konnte ich in der stickigen Luft und den Abgasen, eine feine Priese Indischer Gewürz Gerüche riechen.

Ja, jetzt war ich in Delhi angekommen.

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